Holz ist der einzige Brennstoff eines Kaminofens. Seine Auswahl, seine Trocknung und seine Lagerung bestimmen unmittelbar die Qualität des Feuers, den Wirkungsgrad des Geräts und die Sauberkeit des Schornsteins. Das Wichtigste im Überblick.
Noch vor der Wahl der Holzart gilt eine einfache Regel: Der Wassergehalt muss unter 20 % liegen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Funktionsbedingung.
In Deutschland kommt eine rechtliche Dimension hinzu. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) erlaubt nur naturbelassenes Holz mit einem Feuchtegehalt von höchstens 25 %. Für eine saubere Verbrennung reicht dieses gesetzliche Maximum jedoch nicht aus – der Zielwert bleibt unter 20 %. Auch in Österreich und der Schweiz ist ausschließlich naturbelassenes, trockenes Holz zulässig; in der Schweiz regelt dies die Luftreinhalte-Verordnung (LRV).
Feuchtes Holz brennt schlecht. Ein erheblicher Teil der enthaltenen Energie wird allein dafür verbraucht, das Wasser zu verdampfen, bevor die eigentliche Verbrennung beginnt. Das Ergebnis ist sichtbar: wenig Flammen, viel Rauch, eine verrußte Scheibe, rasche Verschmutzung von Feuerraum und Schornstein. Frisch geschlagenes Holz kann in den äußeren Schichten bis zu 75 % Wasser enthalten. Bis zum erforderlichen Wert vergehen in der Regel zwei Jahre Trocknungszeit.
Ein Holzfeuchtemessgerät bleibt das zuverlässigste Kontrollinstrument. Ersatzweise gilt: Ein gut getrocknetes Scheit ist leicht und erzeugt einen hellen, klaren Klang, wenn man es gegen ein anderes schlägt.
Die Trocknung gelingt nicht von allein. Damit das Holz den richtigen Feuchtewert erreicht, müssen drei Bedingungen erfüllt sein.
Die Scheite müssen gespalten sein. Ein ganzer Rundling trocknet sehr langsam; gespalten liegt die innere Oberfläche des Holzes frei an der Luft, und die Trocknungszeit halbiert sich.
Das Holz muss vor Regen geschützt, aber dem Wind ausgesetzt sein. Ein seitlich offener Unterstand ist ideal. Eine dichte Plane über dem Stapel ist zu vermeiden: Sie schließt die Feuchtigkeit ein und begünstigt Schimmel.
Das Holz muss vom Boden abgehoben sein. Der direkte Kontakt mit dem Erdreich zieht Feuchtigkeit nach oben. Paletten oder Kanthölzer genügen.
Harthölzer liefern die beste Verbrennung: gleichmäßige Flammen, lang anhaltende Glut, hoher Wirkungsgrad.
Die Buche ist im deutschsprachigen Raum die Referenz, gemeinsam mit der Esche. Beide trocknen zügig, sind fast überall erhältlich und lassen sich ohne Mühe entzünden. Wichtig: Sie gehören unmittelbar nach dem Einschlag unter Dach, da sie im Freien schnell verderben.
Die Eiche ist ein ausgezeichneter Brennstoff, verlangt aber Geduld. Anders als andere Holzarten sollte sie zwei Jahre unbedeckt liegen – der Regen wäscht ihre Gerbstoffe aus. Danach genügen ein bis zwei weitere Jahre unter Dach. Ihre Verbrennung ist langsam und gleichmäßig, mit schöner, lang anhaltender Glut. Sie eignet sich besonders für den Dauerbetrieb.
Hainbuche, Kirsche und andere Obsthölzer sind hervorragende Optionen. Ihr Feuer ist ruhig und harmonisch, ihre Glut hält lange. Im Handel selten, aber lohnend.
Birke, Linde und Pappel brennen schnell und erzeugen ein schönes Flammenbild. Ihr Heizwert ist begrenzt. Sie dienen zum Anzünden oder zum Anfachen des Feuers – nicht zum dauerhaften Heizen. Birkenrinde ist im Übrigen ein natürlicher Anzünder. Zu beachten: Die Pappel erzeugt viel leichte Flugasche; die Robinie neigt zu Funkenflug.
Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche geben Wärme ab, verbrennen aber sehr schnell. Ihr Harz verschmutzt den Schornstein und begünstigt Funkenflug. Für den regelmäßigen Betrieb sind sie nicht zu empfehlen.
Chemisch behandeltes Holz, Bahnschwellen, Span- und Pressplatten sowie lackierte oder beschichtete Holzreste dürfen einen Kaminofen niemals befeuern. Sie erzeugen giftige Emissionen und beschädigen Gerät und Schornstein. Ihr Verbrennen ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz zudem verboten.
Gutes Brennholz ist hart, gut getrocknet und naturbelassen. Buche, Eiche, Esche, Hainbuche und Obsthölzer sind die besten Optionen. Mit ihnen arbeitet Ihr Kaminofen bei optimalem Wirkungsgrad – das bedeutet weniger Verbrauch, weniger Emissionen und ein Feuer, das angenehmer zu erleben ist.
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