Ein Kaminofen ist nur so gut wie sein Brennstoff. Schlecht gelagertes Holz brennt schlecht, verschmutzt das Gerät und senkt den Wirkungsgrad – selbst bei bester Holzart. Hier sind die wesentlichen Regeln, um Brennholz unter guten Bedingungen zu lagern und zu trocknen.
Frisch geschlagenes Holz enthält zwischen 40 und 50 % Wasser. Um in einer Holzfeuerstätte sauber zu verbrennen, muss der Wert unter 20 % sinken. Oberhalb dieser Schwelle wird ein großer Teil der bei der Verbrennung erzeugten Energie vom Verdampfen des Wassers im Scheit aufgezehrt – und kommt nicht als Wärme im Raum an.
In Deutschland ist die Holzfeuchte zudem gesetzlich begrenzt: Die 1. BImSchV erlaubt höchstens 25 % Wassergehalt, und der Schornsteinfeger kann dies im Rahmen der Feuerstättenschau überprüfen. Wichtiger als die Vorschrift ist jedoch die Physik.
Die Folgen feuchten Holzes sind sichtbar und schleichend: schwarze Scheibe, ein Feuer, das sich schwer halten lässt, Rußablagerungen im Schornstein, beschleunigte Verschmutzung des Feuerraums. Auf Dauer kann zu feuchtes Holz Gerät und Schornstein beschädigen.
Eine durchdachte Lagerung ist keine Last. Sie ist die Voraussetzung für ein effizientes Feuer.
Das ist die häufigste Frage – und die Antwort hängt von der Holzart ab.
Birke und Esche trocknen unter guten Bedingungen in 12 bis 18 Monaten. Harte Hölzer wie die Eiche brauchen 2 bis 3 Jahre. Als Faustregel gilt: zwei volle Jahre für die meisten gängigen Holzarten.
Mit bloßem Auge lässt sich der Trocknungsgrad nicht sicher beurteilen. Ein Holzfeuchtemessgerät – in jedem Baumarkt erhältlich – bleibt das zuverlässigste Werkzeug. Ersatzweise gilt: Ein trockenes Scheit ist leicht, zeigt Trockenrisse an den Stirnseiten und erzeugt einen hellen, klaren Klang, wenn man es gegen ein anderes schlägt. Ein dumpfer Klang verrät verbliebene Feuchtigkeit.
Die Scheite vor der Lagerung spalten. Ein ganzer Rundling trocknet sehr langsam, weil die Rinde die Verdunstung bremst. Gespalten liegt die innere Oberfläche des Holzes frei an der Luft, und die Trocknungszeit halbiert sich. Dies ist der wichtigste und zugleich am häufigsten vernachlässigte Schritt.
Das Holz vom Boden abheben. Der direkte Kontakt mit Erdreich oder Beton zieht Feuchtigkeit von unten in den Stapel. Paletten, Kanthölzer oder eine einfache Holzunterlage genügen. Etwa zehn Zentimeter Abstand reichen aus.
Oben abdecken, die Seiten offen lassen. Dieser Punkt wird am häufigsten missverstanden. Eine dichte Plane über dem gesamten Stapel erzeugt einen Treibhauseffekt: Sie schließt die Feuchtigkeit ein und begünstigt Kondenswasser und Schimmel. Der Regen kommt von oben – schützen Sie die Oberseite. Die Luft zirkuliert seitlich – lassen Sie die Seiten frei. Ein Holzunterstand mit geneigtem Dach und offenen Seiten ist die ideale Lösung.
Abstand zu Wänden halten. Ein Zwischenraum von 10 bis 15 Zentimetern zwischen den Scheiten und jeder Wand verhindert Oberflächenkondensation und lässt die Luft an allen Seiten zirkulieren.
Die Ausrichtung zählt. Der klassische Stapel an der Südseite des Hauses hat seinen Grund: Maximale Sonneneinstrahlung beschleunigt die Verdunstung. Auch der vorherrschende Wind trägt zur Trocknung bei – ein leicht freistehender Platz ist einem toten Winkel vorzuziehen.
Umgekehrt sind ein Keller oder eine geschlossene, unbelüftete Garage für die Trocknungsphase ungeeignet. Die Luftfeuchtigkeit staut sich und bremst den Prozess. Diese Räume eignen sich allenfalls, um bereits trockenes Holz kurzfristig aufzubewahren – nicht, um es zu trocknen.
Ein praktischer Hinweis für Deutschland: Bei größeren Stapeln an der Grundstücksgrenze lohnt ein Blick in das Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslandes. Einzelne Länder regeln Grenzabstände für Aufschichtungen.
Ein Holzvorrat wird geführt wie ein Weinkeller: Die ältesten Bestände werden zuerst verbraucht. Neue Lieferungen wandern nach hinten, entnommen wird vorne. So ist das verheizte Holz stets das trockenste verfügbare.
Es empfiehlt sich, den Vorrat im Frühjahr oder Sommer anzulegen, wenn die Bedingungen für die Trocknung günstig sind und die Nachfrage geringer ist – was sich meist auch im Preis niederschlägt. Wer bis zum Herbst wartet, riskiert, in den ersten Heizwochen noch feuchtes Holz zu verbrennen.
Beim Kauf lohnt zudem ein Blick auf die Maßeinheit: Ein Raummeter geschichtetes Holz und ein Schüttraummeter lose geschüttetes Holz bezeichnen deutlich unterschiedliche Mengen. Kammergetrocknetes Holz aus dem Handel ist sofort einsatzbereit – zu einem entsprechend höheren Preis.
Einige Scheite ins Haus zu holen – neben den Ofen oder in ein Holzfach – ist eine gute Praxis, sofern man darin einen letzten Veredelungsschritt sieht und keine Hauptlagerung. Die Raumwärme entzieht dem Holz die letzte Oberflächenfeuchte und erleichtert das Anzünden. Wenige Tage im Haus genügen.
Dieser Vorrat im Wohnraum hat auch eine Dimension, die Stûv seit jeher in seine Entwürfe einbezieht: Das Holz gehört zum Feuer. Gut präsentiert, prägt es die Atmosphäre des Raums ebenso wie das Gerät selbst.
Gute Lagerung beruht auf vier einfachen Prinzipien: Holz gespalten, vom Boden abgehoben, oben geschützt und der Luft ausgesetzt. Wer sie beachtet, erreicht den erforderlichen Feuchtewert rechtzeitig – und das Gerät arbeitet bei optimalem Wirkungsgrad, mit weniger Verbrauch und weniger Wartung.
Bei Fragen zur Lagerung, die zu Ihrer Anlage und Ihrem Platz passt, hilft Ihnen Ihr autorisierter Stûv Fachhändler weiter.