Kaminofen und Heizkosten: was die Zahlen wirklich sagen
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Kaminofen und Heizkosten: was die Zahlen wirklich sagen

Wirtschaftlichkeit, Einsparungen und Energiemix 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Von einer „Zusatzheizung“ ist oft die Rede, wenn ein Holzfeuer neben der Zentralheizung betrieben wird. Man kann es so sehen. Oder anders: Ein richtig dimensionierter Kaminofen beheizt die Wohnräume durch die gesamte Übergangszeit, ohne dass die Zentralheizung anspringt. Kessel oder Wärmepumpe übernehmen nur bei strengem Frost. Das ist keine Zusatzheizung – das ist eine Energiestrategie. Was die Zahlen von 2025/2026 dazu sagen.

Was Scheitholz kostet – und was die Alternativen

In Österreich ist Scheitholz der günstigste gängige Brennstoff. Im Juni 2026 liegt der Preis bei rund 7,3 Cent pro Kilowattstunde, gegenüber 8,1 Cent für Pellets, 13,9 Cent für Heizöl und 14,9 Cent für Erdgas. Scheitholz ist damit rund 47 % günstiger als Heizöl und rund 51 % günstiger als Erdgas. (Quelle: Österreichischer Biomasseverband, Juni 2026)

In Deutschland ist das Bild differenzierter. Im Januar 2026 kostet Scheitholz 9,3 Cent pro Kilowattstunde und liegt damit fast gleichauf mit Heizöl (9,5 Cent). Erdgas liegt bei rund 11,5 Cent, Strom in der Direktheizung bei rund 36 Cent. (Quellen: Technologie- und Förderzentrum Bayern / C.A.R.M.E.N. e.V., Januar 2026) Gegenüber Gas und Strom bleibt der Abstand deutlich. Wer sein Holz – wie in vielen Regionen üblich – als Selbstwerber aus dem Gemeinde- oder Staatsforst bezieht, liegt nochmals erheblich darunter.

In der Schweiz variieren die Scheitholzpreise stark nach Region und Kanton. Die Grundmechanik ist dieselbe: Holz ist ein regionaler Brennstoff, dessen Preis nicht an den internationalen Energiemärkten hängt.

Der CO₂-Preis: der strukturelle Unterschied

Fossile Brennstoffe tragen in allen drei Ländern eine CO₂-Bepreisung, die planmäßig steigt. In Deutschland bewegt sich der CO₂-Preis 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne und verteuert Heizöl und Erdgas Jahr für Jahr. In der Schweiz beträgt die CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe 120 Franken pro Tonne. Holz ist als erneuerbarer Energieträger davon ausgenommen.

Der Kostenvorteil des Holzes ist damit nicht konjunkturell. Er ist strukturell angelegt – und die Schere öffnet sich mit jeder Stufe der CO₂-Bepreisung weiter.

Wie viel spart man konkret mit einem Kaminofen?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Auf Ihren bisherigen Energieträger, Ihre Wohnfläche, Ihre Nutzungsgewohnheiten, Ihren Dämmstandard.

Um realistische Größenordnungen zu geben: Für einen Haushalt mit einem Heizwärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr ergeben sich folgende reine Brennstoffkosten.

Österreich (Juni 2026): Scheitholz 1.460 € – Pellets 1.620 € – Heizöl 2.780 € – Erdgas 2.980 €.

Deutschland (Januar 2026): Scheitholz rund 1.860 € – Heizöl rund 1.900 € – Erdgas rund 2.300 € – Strom (Direktheizung) rund 7.200 €.

Diese Zahlen beschreiben eine vollständige Deckung mit Holz. In der Praxis deckt ein Kaminofen die Übergangszeit ab, und die Zentralheizung übernimmt bei strengem Frost. Die reale Ersparnis liegt je nach Gebäude, Nutzung und bisherigem Energieträger zwischen 150 und 600 Euro pro Jahr – in Österreich, wo der Abstand zu Öl und Gas größer ist, eher am oberen Rand.

Der Wirkungsgrad: was die Qualität des Geräts ausmacht

Der Brennstoffpreis ist nur die eine Seite der Rechnung. Die andere ist, was daraus gemacht wird.

Ein offener Kamin gibt im Mittel 10 bis 15 % der im Holz enthaltenen Energie an den Raum ab. Ein Ofen älterer Generation überschreitet selten 50 %. Stûv Feuerstätten erreichen Wirkungsgrade über 80 %, nachgewiesen in offiziellen Prüfungen nach der europäischen Norm EN 16510, die seit November 2025 verbindlich ist. Sie halten die Grenzwerte der 2. Stufe der 1. BImSchV und der Ökodesign-Verordnung 2022 ein.

Was das bedeutet: Bei gleichem Verbrauch liefert eine Stûv Feuerstätte zwischen 1,5- und 4-mal mehr nutzbare Wärme als ein weniger leistungsfähiges Gerät. Die Ersparnis bemisst sich nicht nur am gewählten Energieträger – sondern auch an der Qualität des Geräts, das ihn in Wärme verwandelt.

Dieser Wirkungsgrad bleibt über die Jahre erhalten. Die Feuerstätten sind für Temperaturen über 700 Grad ohne Verformung ausgelegt, und die Verfügbarkeit der Ersatzteile ist für zehn Jahre garantiert. In Deutschland ist das Thema aktuell: Die letzte Übergangsfrist der 1. BImSchV für Altgeräte lief Ende 2024 aus – viele ältere Öfen mussten stillgelegt, nachgerüstet oder ersetzt werden.

Die Preisstabilität des Holzes: ein Vorteil, den Vergleichstabellen nicht zeigen

Der Scheitholzpreis entwickelt sich seit Jahren moderat und vorhersehbar. Die fossilen Energien haben dagegen eine Volatilität bewiesen, die niemand bestreitet: Die Ausschläge des Jahres 2022 sind in jeder Preisstatistik ablesbar, und in Österreich verteuerte sich Heizöl allein binnen des letzten Jahres um rund 29 %. (Quelle: Österreichischer Biomasseverband, Juni 2026)

Holz ist eine regionale Energie. Sein Preis folgt regionalen Faktoren – Waldverfügbarkeit, Transportkosten, Arbeitskosten – und nicht den weltweiten Energiemärkten. Diese Planbarkeit hat einen Wert, den reine Kilowattstunden-Vergleiche nicht abbilden.

Häufige Fragen

Kann ein Kaminofen die Zentralheizung ersetzen? In bestimmten Konstellationen ja. In einem gut gedämmten Haus mittlerer Größe kann eine richtig dimensionierte Holzfeuerstätte den Großteil des Wärmebedarfs decken. In größeren oder weniger gut gedämmten Gebäuden deckt sie die Übergangszeit wirksam ab und entlastet das Hauptheizsystem spürbar.

Welche Heizenergie ist 2026 am günstigsten? In Österreich ist es Scheitholz, mit rund 7,3 Cent pro Kilowattstunde deutlich vor Heizöl und Erdgas. In Deutschland liegt Scheitholz klar vor Erdgas und Strom und etwa gleichauf mit Heizöl – mit dem Unterschied, dass der steigende CO₂-Preis nur die fossile Seite trifft. Die Anfangsinvestition in eine Feuerstätte ist höher als bei anderen Lösungen, amortisiert sich aber über die Nutzungsdauer.

Wie lange dauert die Amortisation eines Stûv Kaminofens? Das hängt vom ersetzten Energieträger und von der Nutzungsintensität ab. Auf Basis der beobachteten jährlichen Einsparungen liegt die Amortisationsdauer in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren. Danach ist jede Heizsaison ein Nettogewinn.

Ist Heizen mit Holz umweltfreundlich? Holz ist ein erneuerbarer Energieträger. Bei der Verbrennung wird das CO₂ freigesetzt, das der Wald zuvor gebunden hat – ein auf lange Sicht neutraler Kreislauf. Die Feinstaubdebatte betrifft vor allem Altgeräte und feuchtes Holz. Stûv Feuerstätten liegen bei Feinstaub- und CO-Emissionen deutlich unter den Grenzwerten der EN 16510, der 2. Stufe der 1. BImSchV und der Ökodesign-Kriterien 2022.

Zusammengefasst

Scheitholz ist 2026 in Österreich der günstigste Brennstoff und in Deutschland strukturell im Vorteil gegenüber Gas und Strom – ein Vorteil, den die CO₂-Bepreisung der fossilen Energien Jahr für Jahr vergrößert. Eine Feuerstätte mit hohem Wirkungsgrad verstärkt diesen Effekt, weil sie den Brennstoff effizient in nutzbare Wärme verwandelt. Und die Preisstabilität des Holzes bietet eine Planbarkeit, die fossile Energien nicht kennen.

Die tatsächliche Ersparnis hängt von Ihrer konkreten Situation ab. Ihr autorisierter Stûv Fachhändler hilft Ihnen, das Potenzial für Ihr Haus, Ihr Heizsystem und Ihre Nutzung einzuschätzen.